Ich möchte ein Muster für alle meine Bücher anlegen und verschiedene CSS-Dateien zuweisen können um das Aussehen zu variieren. Wie geht das in InDesign?
Das ist ein lobenswerter Gedanke und ein sehr guter Ansatz. Templating oder Frameworks werden gerne häufig benutzt um schnell zu Resultaten zu kommen. Allerdings ist es auch eine der größten Schwächen in InDesign. Zwar kann man in InDesign, externe Stylesheets zuweisen. Jedoch funktioniert Templating nur wenn auch dieselbe Struktur immer und immer wieder benutzt wird. Und hier liegt der Hund begraben. Denn InDesign ändert gerne mal seine ePub Strukturierung, selbst bei kleinen Updates. Somit müsste das Template für jede InDesign Version spezifisch angepasst werden was einen enormen Aufwand bedeutet. Zudem erstellt InDesign selbstständig einige CSS Einträge, die man nicht steuern kann und u.U. sogar in einen Konflikt mit der externen CSS Datei geraten. Templating ist derzeit noch Enterprise Lösungen bzw. XML-Workflows vorbehalten.
Ich habe mein fixed layout ePub in Sigil geöffnet und bearbeitet. Nun werden einige Bilder nicht mehr angezeigt und auch die Links funktionieren nicht mehr!
Während Sigil bei umfließbaren ePubs nicht mehr wegzudenken ist, hat es noch einige Nachteile bei fixed Layout. Besonders bei fxl ePubs die mit InDesign erzeugt wurden. Der Grund ist folgender: InDesign erzeugt einen sehr eigensinniges HTML und CSS für fxl ePubs. In iBooks, ADE oder Readium stellt dies normalerweise kein Problem dar. Sigil hingegen hat auch seine eigene Struktur für ePubs , die es auch strikt anwendet. Beim Öffnen in Sigil wird die alte HTML/CSS Struktur in eine Sigil-spezifische Struktur umgewandelt. Da Sigil aber nicht jeden Trick von InDesign kennt, kommt es gerne mal zu Konvertierungsfehlern. Um dieser Problematik zu umgehen sollte man fxl ePubs zuerst entpacken (siehe: http://www.docdataflow.com/ecancrusher/) und mit einem Editor wie z.B. ATOM bearbeiten.
Kann man die Schriftverschlüsselung in InDesign ausschalten?
Nein
Hilfe, meine Schrift wird nicht richtig nach der Konvertierung in das Kindle-Format angezeigt?
Dies liegt meist an zwei Ursachen, wenn auch nicht ausschließlich. Der erste Punkt wäre zu schauen ob das E-Book gerade auf einem eInk-Gerät dargestellt wird. Es müssen die benutzerdefinierte Schriften in den Einstellungen des Gerätes aktiviert werden. Das Handbuch des Gerätes sollte weiterhelfen können. Der zweite Punkt ist: Das Kindle E-Book wurde aus einem InDesign ePub erstellt. InDesign verschlüsselt die Schriften automatisch. Kindle jedoch beherrscht keine Verschlüsselung und kann die Schriften dann auch nicht darstellen. Mehr zu diesem komplexen Thema gibt es im Artikel: https://yves-apel.eu/e-books/the-adventures-of-font-embedding. Wer dennoch seine eigene Schrift in Kindle benutzen will, muss vorher die verschlüsselten Schriften im ePub durch die Originale austauschen. Dabei dann nicht vergessen die encryption.xml-Datei zu löschen, da der Reader sonst noch immer denkt, die Schriften wären verschlüsselt. Aber Achtung: Viele Lizenzen verbieten es, unverschlüsselte Schriften in E-Books zu benutzen. Es gilt also vorher zu prüfen ob man dazu Berechtigt ist.
Kann ich Formulare in ePub benutzen? Wie füge ich diese in InDesign ein?
Formulare können in ePub benutzt werden um z.B. Rechenaktionen durchzuführen. Daran ist meist Javscript beteiligt. Sobald es aber darum geht die Resultate abzuspeichern bzw. zu versenden oder extern zu analysieren wird es Problematisch. Den dann werden Technologien benötigt, die derzeit nicht mit ePub kompatibel sind. Ein Fragebogen auszufüllen und zu versenden ist in ePub also zurzeit nicht einfach machbar. InDesign kann noch keine Formfelder in ePub einfügen.
Kann ich bei fxl ePub unterschiedliche Gestaltungen für Hoch- und Querformat anzeigen?
Unterschiedliche Gestaltungen oder auch gerne mal Renditions genannt, sind seitens der IDPF in Planung. Allerdings sind diese Spezifikationen noch nicht Alltags tauglich. Es gilt also noch etwas zu warten.
Wie erstelle ich ein fixed layout für Kindle?
Mein erster Gedanke für die Antwort wäre „gar nicht“. InDesign kann mittlerweile ganz passable fxl epubs herstellen. Für mobi fehlt aber noch immer solch ein Programm. Doch anders als bei umfließbaren ePub, können fixed layout ePubs nicht ohne Weiteres in ein fxl für Kindle konvertiert werden. Dies liegt vor allem an den unterschiedlichen Spezifikationen. Beide sollen zwar eine feste Gestaltung darstellen. Um zu dem Resultat zu gelangen, wenden beide Formate aber teils unterschiedliche Techniken an. Zwar kann man sein fxl ePub in den Kindle Previewer schieben und so zu fxl mobi konvertieren. Jedoch werden auch hier, Schriften sowie die Seitendarstellung, Fehler aufweisen. Ehe also ein fixed layout mobi hergestellt wird, sollte man sich zumindest schon gut in der ePub- und mobi-Struktur zurecht finden. Denn je nach Situation muss händisch in den Code eingegriffen werden und da sollte man schon in etwa wissen wo man sucht. Leider ist die Lernkurve dafür sehr steil und ein Handbuch mit genauer Anleitung für die verschiedenen Anforderungen gibt es nicht.
So, das wars mal wieder für den Moment mit aktuell wichtigsten Fragen um das Thema E-Books. Wer dennoch eine Frage hat. Gerne in den Kommentaren, Twitter, Facebook oder per E-Mail melden.